Leistungen der Pflegeversicherung bei häuslicher Pflege

Die häusliche Pflege umfaßt eine Betreuung und Versorgung des Pflegebedürftigen in seiner vertrauten Umgebung. Leistungen bei häuslicher Pflege können entweder als Sachleistungen (Pflege durch Plegedienste) oder als Geldleistung (Pflegegeld für die Pflegepersonen) erbracht werden; auch eine Kombination aus beiden ist möglich. Die Pflegeleistung kann also ganz auf die jeweiligen Bedürfnisse abgestimmt werden.

Der Grad der Pflegebedürftigkeit wird in Pflegestufen ausgedrückt. Jeder Pflegebedürftige wird einer dieser Stufen zugeordnet. Dabei bedeutet Pflegestufe I erheblich pflegebedürftig, Pflegestufe II schwerpflegebedürftig und Pflegestufe III schwerstpflegebedürftig. Ab dem 01.01.2013 erhalten Personen mit eingeschränkter Alltagskompetenz (PEA) ∗) zusätzliche Leistungen von der Pflegekasse.

Pflegesachleistungen

Wer als Pflegebedürftiger im eigenen Haushalt von einem Pflegedienst betreut wird, kann die Pflege als Sachleistung erhalten. Die Pflegekasse übernimmt die Kosten für diese Sachleistung bis zu Höhe von monatlich: 

 
Pflegestufe
Pflegestufe & PEA
Pflegestufe 0
0,00 €
231,00 €
Pflegestufe I
468,00 €
 689,00 €
Pflegestufe II
1.144,00 €
 1.298,00 €
Pflegestufe III
1.612,00 €
 1.612,00 €

In Härtefällen können Pflegebedürftige der Stufe III auch Sachleistungen bis zur Höhe von monatlich
1.995,00 € erhalten, wenn ein außergewöhnlich hoher Pflegeaufwand erforderlich ist.

Pflegegeld

Übernehmen Verwandte oder nahestehende Personen die Pflege, so kann der Pflegebedürftige für sie ein Pflegegeld erhalten. Das Pflegegeld beträgt pro Monat:

 
Pflegestufe
Pflegestufe & PEA
Pflegestufe 0
0,00 €
123,00 €
Pflegestufe I
244,00 €
316,00 €
Pflegestufe II
458,00 €
545,00 €
Pflegestufe III
728,00 €
728,00 €

Wer von dieser Möglichkeit Gebrauch macht, ist allerdings verpflichtet, in bestimmten Abständen einen Pflegeeinsatz durch einen professionellen Pflegedienst abzurufen. Die Kosten dafür werden von der zuständigen Pflegekasse übernommen. Ein solcher Beratungseinsatz nach § 37 Abs. 3 SGB XI ist verpflichtend:

  • für Pflegestufe I und II mindestens einmal halbjährlich,
  • für Pflegestufe III mindestens einmal vierteljährlich.

Kombination von Sach- und Geldleistungen

Pflegesachleistungen und Pflegegeld können auch "gemischt" werden. Das ist z.B. dann sinnvoll, wenn ein pflegender Angehöriger die Hilfe nicht während des ganzen Tages leisten kann. In diesem Fall werden die Kosten von der Pflegekasse anteilig in dem Verhältnis geleistet, wie das Verhältnis der Pflegesachleistungen zueinander ist. An die einmal gewählte Kombination von Geld- und Sachleistungen ist der Pflegebedürftige sechs Monate lang gebunden.

∗) Menschen mit demenzbedingten Fähigkeitsstörungen, mit geistigen Behinderungen oder psychischen Erkrankungen haben häufig einen Hilfe- und Betreuungsbedarf der über den Hilfebedarf hinausgeht, der bei der Beurteilung der Pflegebedürftigkeit Berücksichtigung findet.

Download: Leistungen der Pflegeversicherung